Creglingen. Bei der offiziellen Indienstnahme der Drohnenstaffel des DRK-Ortsvereins in den Räumen der Rettungswache in Creglingen erfuhren die Gäste nicht nur etwas über technische Details, sondern erlebten anschließend auch live, wie topmodern die Einsatzdrohne ist.
Der Creglinger Ortsverein des Roten Kreuzes ist einer der kleinsten im Kreisverband, aber auch einer der rührigsten. Das betonte Bürgermeister Uwe Hehn, der kraft Amtes auch Vorsitzender des DRK-Ortsvereins ist. Der Zusammenhalt in der „sehr engagierten Bereitschaft“ sei stark, betonte das Stadtoberhaupt, und auch die Zusammenarbeit mit anderen Rettungsorganisationen klappe sehr gut. Unter den Gästen waren auch Vertreter benachbarter DRK-Ortsvereine sowie Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei.
Kinder für das DRK begeistern
Angeschafft wurden mehrere Drohnen, denn neben der Einsatzdrohne gibt es auch Übungsdrohnen und Drohnen, die für Kinder geeignet sind. Gerade technikaffine Kinder könne man so für die Arbeit des Roten Kreuzes begeistern, hofft Uwe Hehn. Jetzt gelte es für große und kleine Piloten, erst einmal Erfahrung zu sammeln, blickte der Vorsitzende in die Zukunft.
Der Präsident des DRK-Kreisverbands, Prof. Dr. Thomas Haak, würdigte den innovativen Ansatz des Creglinger Ortsvereins, „Es ist eine gute Idee, neue Wege zu gehen“, hob Haak hervor. Diese technische Innovation passe gut in die Zeit: „Die Welt wird immer technischer, die Schadensereignisse, ob von Natur oder Mensch ausgelöst, ändern sich ebenfalls“. Die Drohnenstaffel sei eine „tolle Ergänzung“ der bestehenden Ausrüstung, betonte der Präsident.
Marcel Günther vom Ortsverein Creglingen stellte die Drohnenstaffel anschließend näher vor. Ein Einsatz erfolgt mit drei Personen: dem Drohnensteuerer, dem Luftraumbeobachter und dem Flugleiter. Marcel Günther und sechs weitere ehrenamtliche Mitglieder der Creglinger Bereitschaft hatten sich in den letzten Wochen und Monaten intensiv fortgebildet und den erforderlichen Drohnen-Führerschein erworben.
Die Staffel unterliegt dem Luftfahrtrecht, wobei es einige Ausnahmen gibt. So darf in seltenen Ausnahmefällen die Drohne auch außerhalb der Sichtweite betrieben werden. Die maximal zulässige Flughöhe beträgt 120 Meter, wobei die Drohne theoretisch bis zu sechs Kilometer hoch fliegen könnte.
Die Einsatzmöglichkeiten der Drohne sind vielfältig, wie Marcel Günther erläuterte. So dient das Fluggerät etwa dazu, den Einsatzkräften bei Unglücken einen Schadensüberblick von oben zu verschaffen. Außerdem können vermisste Personen auch in unwegsamem Gelände aufgespürt werden. Auch der Einsatz zur Kitzrettung vor der Heuernte ist möglich. Mit der Wärmebildkamera lassen sich zudem Glutnester entdecken. Anhand von Dias zeigte der Pilot, wie die Drohne aus einer Höhe von rund 70 Metern eine Person mit Hund entdeckt, die in einem Waldstück unterwegs sind. Im Notfall kann die Drohne dank Übermittlung der Koordinaten den genauen Fundort an die Einsatzkräfte am Boden übermitteln.
Hochmodernes Kamerasystem
Insgesamt hat der DRK-Ortsverein drei große Drohnen angeschafft, zusätzlich dazu Exemplare, die von Kindern bedient werden können. Die für Rettungseinsätze vorgesehene Drohne wiegt vier Kilogramm, kann bis zu 82 Kilometer schnell fliegen und hat zwei Fernsteuerungen. Sie hat drei Akkus an Bord , wobei ein Akku für eine Einsatzzeit von rund 40 Minuten reicht.
Anders als die Übungsdrohnen kann die wasserdichte Rettungsdrohne auch bei Regen eingesetzt werden. Die Betriebstemperatur beträgt minus 20 bis plus 50 Grad Celsius, so dass diese Drohne auch bei extremer Kälte und Hitze zum Einsatz kommen kann. Mit ihrem hochmodernen Kamerasystem, das Thermal-, Zoom- und Weitwinkelkamera umfasst - liefert die Drohne auch aus 80 Metern Höhe messerscharfe Bilder.
Der Ortsverein hat bereits rund 40 000 Euro in die Grundausstattung investiert, einschließlich eines geländegängigen Arbeitsfahrzeugs mit der Möglichkeit eines Personentransports (ATV). Die Drohnenstaffel arbeitet auf ehrenamtlicher Basis und sucht noch weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Wer sich für ihre Arbeit interessiert, kann sich an den DRK-Kreisverband Bad Mergentheim wenden, Telefon 07931-48290-0, e-mail drohnenstaffel.creglingen@drk-bad-mergentheim.de. Auch auf Instagram gibt es Infos: www.instagram.com/drk_ov_creglingen. Zusätzlich wird um Spenden gebeten, um die wichtige Arbeit weiter zu fördern.
Autor: Arno Boas