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Creglingen: DRK von nun an mit Drohnen auf Personensuche

Der DRK-Ortsverein Creglingen hat als erster Ortsverein im Kreisverband eine Drohnenstaffel in Gründung. Im Bild sind Vertreter des DRK-Ortsvereins und des Kreisverbands vor der Rettungswache in Creglingen. Rechts Bereitschaftsleiter Michael Kretschmer, Vierte von links Kreisgeschäftsführerin Anna Deister, rechts daneben Präsident Professor Dr. Thomas Haak. © Arno Boas

In Creglingen wurde die erste Drohnenstaffel im Kreisverband Bad Mergentheim gegründet. Am Samstag, 18. Januar, findet ein Info-Nachmittag dazu statt.

Creglingen. Der DRK-Ortsverein Creglingen hat als erster Ortsverein des Kreisverbands Bad Mergentheim eine Drohnenstaffel in Gründung. Mithilfe des hochmodernen Fluggeräts können künftig etwa vermisste Personen aufgespürt werden. Genauso kann bei Großschadensereignissen den Einsatzkräften ein besserer Überblick verschafft werden. Am kommenden Samstag, 18. Januar, wird die Drohnenstaffel auf dem Gelände der DRK-Rettungswache in der Walter-Wirthwein-Straße im Industriegebiet allen Interessierten einen ersten Einblick gewähren in ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. 

Mit einem leisen Schnurren hebt die Drohne vom Boden ab und schwebt flugs in schwindelerregende Höhen – bis zu 120 Meter hoch darf sie fliegen, auch wenn sie es weit höher schaffen würde. Von oben liefert sie hochauflösende Bilder – so scharf, dass man auch Details am Boden erkennt. Drohnenpilot Marcel Günther steuert das hochmoderne Fluggerät sicher wieder zurück auf den Platz vor der Rettungswache. Er und sechs weitere ehrenamtliche Mitglieder der Creglinger Bereitschaft haben sich in den letzten Wochen und Monaten intensiv fortgebildet und den erforderlichen Drohnen-Führerschein erworben. Dazu mussten die vom Land gestellten Voraussetzungen für die Bedienung von Drohnen erfüllt werden. Noch befindet sich die erste Drohnenstaffel des Kreisverbands in Gründung, weil die offizielle Zustimmung des DRK-Präsidiums noch fehlt. Die aber ist nur eine Formsache. Beim Kreisverband ist man begeistert von der neuen Einsatzmöglichkeit. Geschäftsführerin Anna Deister freut sich über das Engagement des Creglinger Ortsvereins mit Bereitschaftsführer Michael Kretschmer, seinem Stellvertreter Eckard Deeg und dem Ortsvereinsvorsitzenden, Bürgermeister Uwe Hehn an der Spitze.

Technikaffine Personen für DRK-Dienst begeistern

Die neue Technik, so hofft man beim DRK, ist nicht nur ein Meilenstein für den Einsatz in Notfällen, sondern sie lockt vielleicht auch technikbegeisterte junge Leute zum DRK. Auch Kreisverbands-Präsident Prof. Dr. Thomas Haak ist voll des Lobes für die innovative Erweiterung des DRK-Leistungsspektrums.

Gute neun Monate hat es gedauert von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Wie Michael Kretschmer den FN berichtete, habe Vorsitzender Uwe Hehn in einer Vorstandssitzung im April 2024 das Thema erstmals angesprochen. „Der Bürgermeister war die treibende Kraft“, so der Bereitschaftsleiter. Vom Kreisverband habe man die volle Unterstützung erfahren, so Kretschmer. Und so wurden in der Folgezeit Drohnenpiloten ausgebildet und die hochmodernen Geräte angeschafft – zwei an der Zahl. Für den Ortsverein mit seinen rund zehn Aktiven und zirka 450 passiven Mitgliedern eine finanzielle Herausforderung, die man aber gestemmt hat. Man hofft, technikaffine Leute zu finden, die sich für die DRK-Arbeit interessieren und im Ortsverein mitarbeiten. Angeschafft wurde im übrigen auch ein geländegängiger Unimog, der unter anderem zur Bergung von Verunglückten in unwegsamem Gelände dienen kann.

Bisher gibt es nur wenige DRK-Ortsvereine in Baden-Württemberg, die mit Drohnen arbeiten. Drohnen bieten den Einsatzkräften im Katastrophenschutz einen erheblichen Fortschritt hinsichtlich der Versorgung mit relevanten Daten zur Lageerkundung und der Risikobewertung. Die Drohnen sind hochmodern, unter anderem können sie dank beheizter Akkus auch bei tiefen Temperaturen eingesetzt werden. Wird eine vermisste Person im Wald gefunden, kann die Drohne dank Übermittlung der Koordinaten den genauen Fundort an die Einsatzkräfte am Boden übermitteln.

Drohnen-Einsatz: Drei Personen sind dafür nötig

Für den Einsatz der Drohne werden drei Personen gebraucht: der Drohnenpilot, der so genannte „Spotter“, der den Luftraum überwacht und zum dritten ein Ansprechpartner für die anderen Einsatzkräfte. Zum Üben kann man sich beim DRK auch vorstellen, Landwirten bei der Suche nach Rehkitzen vor dem Mähen von Wiesen zu unterstützen.

Wie die Drohnenstaffel arbeitet, darüber können sich Interessierte am kommenden Samstag, 18. Januar, ein Bild machen. Von 14 bis 17 Uhr demonstrieren die DRKler auf dem Gelände der Rettungswache in der Walter-Wirthwein-Straße die Einsatzmöglichkeiten der Drohnen. Die offizielle Einweihung ist für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen.