Blutspender „helfen und zeigen Nächstenliebe“

 
54 Bad Mergentheimer Bürger wurden jetzt im Kulturforum von Oberbürgermeister Udo Glatthaar sowie von Vertretern der Stadt und des Deutschen Roten Kreuzes für zehn-, 25- 50-, 75- sowie in einem Fall sogar 100-faches Blutspenden geehrt.



BAD MERGENTHEIM. 54 Bürger aus der Kernstadt und den Stadtteilen wurden am Montagabend im Kulturforum von Rotem Kreuz und Stadt für ihre vielmaligen Blutspenden ausgezeichnet.
 
 

Oberbürgermeister Udo Glatthaar sowie Vertretern der Stadt und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nahmen die Auszeichnungen für zehn, 25-, 50-, 75- sowie in einem Fall sogar 100-faches Blutspenden vor.

 

"Wir brauchen nicht zu tun, was andere von uns erwarten. Es genügt vollkommen, wenn wir tun, was wir von anderen erwarten", zitierte Glatthaar im Rahmen der Feierstunde den österreichischen Lehrer und Aphoristiker Ernst Ferstl. "Blutspender tun das, was man von anderen erwartet: Helfen und Nächstenliebe zeigen", erläuterte der OB.

GEEHRTE BLUTSPENDER

  • Zudem wurden geehrt: Renate Balbach, Veronika Bauer, Helmut Beez, Peter Kirschke und Helmut Pinter (jeweils 75 Blutspenden).
  • Hildegard Blank, Elisabeth Braun, Herbert Brunner, Herbert Burkert, Martin Habel, Gertrud Kimmelmann, Thekla Kössler, Conny Lehr, Manfred Münig, Helmut Oertel, Jochen Popp, Ruth Renner, Axel Ruf und Klaus Walter (alle 50-mal).
  • Tobias Eifert, Heiko Friedrich, Tobias Gahm, Silke Gundling, Maria Ikas, Florian Kreuser, Kurt Lehr, Gerda Petter, Andrea Reiss, Daniela Schenkel und Michael Schmitt (alle 25-mal).
  • Stefanie Betz, Larissa Breiter, Anita Burger, Angela Domme, Tina Eifert, Dirk Fischer, Alfred Früh, Kurt Gahm, Markus Gohr, Wolfgang Heck, Michael Herrmann, Stefan Kreuser, Thomas Lück, Michael Malath-Malath, Anja Michel, Werner Neubauer, Corinna Olkus, Jennifer Rother, Iris Saal, Daniel Scheidel, Johannes Schmezer, Corvin Schmid und Franziska Schühl (alle 10-mal). pdw

1640-mal gespendet

Die 54 geehrten Personen hätten insgesamt 1640-mal und dabei 820 Liter Blut gespendet, bilanzierte er.

Seit 1995 finden in Kernstadt jährlich vier Blutspende-Aktionen statt. Von November 2014 bis Oktober 2015 seien nach Glatthaars Angaben dort 1114 Blutspenden abgegeben worden, was einem Durchschnitt von 278 pro Spendentermin entspreche.

Weitere Aktionen in Rengershausen (250 Spenden), in Markelsheim (303 Spenden), im Berufsschulzentrum Bad Mergentheim (106 Spenden) sowie bei der Firma Würth (79 Spenden) hätten im genannten Zeitraum eine Gesamtzahl von 1852 Blutspenden ergeben.

Im Main-Tauber-Kreis seien bei 51 Spendenaktionen mit insgesamt 8377 Spenden (durchschnittliches Spendenaufkommen etwa 164 pro Aktion) gegenüber dem Jahr 2013 mit 9324 Spenden die Zahlen leicht gesunken, so dass der Durchschnittswert in der Kernstadt Bad Mergentheim im kreisweiten Vergleich umso beachtlicher sei. "Blut ist lebendig, ein Lebenssaft mit zahlreichen Funktionen, der nicht künstlich herstellbar ist", unterstrich Glatthaar die Bedeutung. So enthalte ein Kubikmillimeter Blut bei Männern rund 5,4 Millionen und bei Frauen etwa 4,8 Millionen rote Blutkörperchen, darüber hinaus 4000 bis 10?000 weiße Blutkörperchen sowie 150?000 bis 400?000 Blutplättchen.

Wöchentlich würden in Baden-Württemberg und Hessen beim Blutspendedienst rund 15?000 Blutspenden angefordert, was etwa 80 Prozent des Bedarfs von 300 Krankenhäusern und 69 Depots entspreche. Am häufigsten werde das Blut bei Krebserkrankungen (19 Prozent), Herzerkrankungen, Magen- und Darmerkrankungen (jeweils 16 Prozent) sowie Unfallverletzungen (12 Prozent) benötigt und verwendet. Zum Beispiel könnten für einen Schwerstverletzten 50 Blutpräparate und mehr pro Tag als Indikationen erforderlich sein.

"Ohne Blutspenden müssten zahllose Kranke und Unfallopfer sterben. Viele Operationen wären sonst nicht durchführbar", zog der OB ein wesentliches Fazit über die essentielle Relevanz.

"Die Mitwirkung ehrenamtlicher Helfer ist bei der Organisation und Durchführung der Blutspendeaktionen unverzichtbar", hob er zudem hervor. Hierzu leisteten die Mitarbeiter und Helfer des DRK Jahr für Jahr unzählige unbezahlte Arbeitsstunden für das Gemeinwohl.

Nach Hochrechnungen des DRK-Blutspendedienstes fielen in Baden-Württemberg jährlich etwa 500?000 Helferstunden an. Glatthaar lobte das hohe Engagement des DRK-Teams sowie der mitwirkenden Helfer und Ärzte.

"Die wenigsten Menschen wissen, wieviel Blut sie in sich haben", sagte Raimund Rüdenauer, Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes Bad Mergentheim. Es seien acht Liter. Eine Spende von einem halben Liter sei deshalb unbedenklich, betonte er. Das gespendete Blut verbleibe nicht vor Ort beim DRK, sondern gehe an große Blutspendezentralen, von denen aus es bedarfsgerecht weiterverteilt werde.

Bei Auszeichnung der vielmaligen Blutspender (siehe gesonderte Infobox) wurde die Leistung von Alfred Kraut, der bereits 100-mal Blut gespendet hat, ganz besonders hervorgehoben.

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 27.01.2016



Veröffentlicht am:
08:15:40 28.01.2016 von DRK Bad Mergentheim e.V

Letzte Aktualisierung
08:15:40 28.01.2016