Brandschutzübung simuliert Ernstfall - 120 Helfer im Einsatz

Feuer im Caritas-Krankenhaus, dicker Rauch steigt aus dem Obergeschoss von Haus E. Lebensgefahr auf der voll belegten Station E3 - zum Glück kein Ernstfall, sondern nur das Szenario einer Brandschutzübung.

Bei der Brandschutzübung am Caritas-Krankenhaus funktionierte das Zusammenspiel zwischen Rettungskräften von Feuerwehr und Rotem Kreuz gut. Fotos: Caritas-Krankenhaus

Bei der Brandschutzübung am Caritas-Krankenhaus funktionierte das Zusammenspiel zwischen Rettungskräften von Feuerwehr und Rotem Kreuz gut. Fotos: Caritas-Krankenhaus

 

Rauch und Qualm, der aus einem Zimmer dringt, sorgt am Samstagvormittag zunächst bei den Pflegekräften für Erschrecken und Verwirrung - und schnelles Handeln: Noch bevor die automatischen Brandmelder reagieren, lösen die Krankenschwestern den Feueralarm aus, der um 10.22 Uhr bei der Feuerwehr eingeht. In weniger als zehn Minuten sind die ersten Einsatzkräfte auf dem Gelände des Caritas-Krankenhauses. Um 10.34 Uhr beginnen die Feuerwehrmänner ausgerüstet mit Schutzmasken und kompletter Schutzausrüstung mit der Rettung der Patienten auf Station E 3.

Das Szenario der gemeinsamen Brandschutzübung von Caritas-Krankenhaus, Feuerwehr und Rettungsdienst am vergangenen Samstag in Bad Mergentheim: neben einigen gehfähigen "echten" Patienten, mussten auch bettlägerige und beatmete Patienten in Sicherheit gebracht werden. Die Rolle dieser zweiten Patientengruppe übernahmen einige Auszubildende der Berufsfachschule für Pflegeberufe, die unmittelbar vor Beginn der Übung eingeweiht worden waren.

"Für uns als Feuerwehr ist wichtig, in dieser ersten Phase einen Überblick zu bekommen: Wie viele Patienten und Mitarbeiter sind in dem betroffenen Bereich, in welchen Zimmern und in welchem körperlichen Zustand", erläutert Andreas Geyer, Leiter der Feuerwehr Bad Mergentheim. "Dann können wir das Vorgehen in sinnvolle Abschnitte einteilen. Im Vordergrund steht zunächst, die Patienten in Sicherheit zu bringen, und erst danach den Brand zu löschen."

Als Leiter der Feuerwehr ist Geyer im Ernstfall auch Leiter des gesamten Einsatzes. Zentral wichtig ist dabei die Kommunikation und Koordination mit den verschiedenen Einsatzkräften wie dem Leitenden Notarzt und dem Leiter des Rettungsdienstes sowie der Krankenhausleitung. "Wichtigste Aufgabe dieser Übung heute, war es für uns zu testen, wo funktioniert die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und den einzelnen Einsatzkräften wie Polizei, Rotem Kreuz (DRK), Leitendem Notarzt und dem Krankenhauspersonal und wo gibt es Schwachpunkte", beschreibt Andreas Geyer das Ziel der Übung.

"Zwar werden wir in den kommenden Tagen noch eine detaillierte Auswertung der Abläufe vornehmen, aber schon jetzt ist klar, dass wir wichtige Erkenntnisse für die Verbesserung unserer Zusammenarbeit gewonnen haben." Darüber hinaus habe die Feuerwehr bei einem solchen Einsatz die Möglichkeit, das Objekt besser kennenzulernen. "Wir müssen konkret wissen, wo wir mit unseren Fahrzeugen anfahren können und wo Aufstell- oder Reserveflächen für Einsatzkräfte sind", so Andreas Geyer.

Auch für Kai Schlecht, Rettungsdienstleiter Bad Mergentheim, stand bei der Übung die Kommunikation mit den Einsatzkräften der Feuerwehr und des Krankenhauses im Vordergrund. "Ein zentraler Schnittpunkt ist zum Beispiel die Übergabe der Verletzten von der Feuerwehr, die die Patienten aus der Gefahrenzone holt, an die Rettungssanitäter und die weitere Behandlung beziehungsweise der Weitertransport der Patienten", erläutert Kai Schlecht. Ganz wichtig ist hier die Zusammenarbeit mit dem Leitenden Notarzt, am Samstag in Person von Professor Thomas Haak. "Bei einem Einsatz wie hier im Caritas-Krankenhaus ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass genügend Ärzte in der Nähe sind", betont der Chefarzt der Diabetes-Klinik, "dann geht es vor allem darum, deren Einsatz zu koordinieren." Seit gut einem halben Jahr hatten Andreas Geyer, Kai Schlecht und Frank Feinauer, Pflegedirektor im Caritas-Krankenhaus, die Brandschutzübung vorbereitet. "Genau 20 Jahre nach dem Brand von 1994 im Caritas-Krankenhaus wollten wir unsere internen Brandschutz- und Katastrophenpläne überprüfen", erläutert Frank Feinauer den Anlass für die Übung. "Der Ablauf hat gezeigt, wie wichtig diese Übung für uns ist." Der Testfall habe die Mitarbeiter auf den Stationen für den Brandschutz sensibilisiert. "Dies macht klar: die regelmäßige Teilnahme an unseren Brandschutzschulungen ist kein Spaß, sondern kann im Ernstfall Leben retten."

Ziel war, die Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Krankenhausleitung zu testen (von links): Rettungsdienstleiter Kai Schlecht, Leitender Notarzt Professor Thomas Haak, Kaufmännischer Direktor Thomas Weber und Hausoberer Thomas Wigant.

 

Ziel war, die Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Krankenhausleitung zu testen (von links): Rettungsdienstleiter Kai Schlecht, Leitender Notarzt Professor Thomas Haak, Kaufmännischer Direktor Thomas Weber und Hausoberer Thomas Wigant.




Veröffentlicht am:
08:07:04 23.09.2014 von DRK Bad Mergentheim e.V

Letzte Aktualisierung
08:12:38 23.09.2014