Spende machts möglich

Neues Gerät für den Bad Mergentheimer Rettungsdienst

Professor Werner Romen, Präsident des DRK-Kreisverbands Bad Mergentheim und Paul Gehrig, Präsident des Rotary Clubs Bad Mergentheim, übergaben den Reanimationsautomaten "Lucas 2" an Professor Thomas Haak, Leitender Notarzt im Main-Tauber-Kreis, und Kai Schlecht, Rettungsdienstleiter des DRK Bad Mergentheim (von rechts).

Professor Werner Romen, Präsident des DRK-Kreisverbands Bad Mergentheim und Paul Gehrig, Präsident des Rotary Clubs Bad Mergentheim, übergaben den Reanimationsautomaten "Lucas 2" an Professor Thomas Haak, Leitender Notarzt im Main-Tauber-Kreis, und Kai Schlecht, Rettungsdienstleiter des DRK Bad Mergentheim (von rechts).

Rund 160 Mal im Jahr kommt es im Einzugsbereich der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes in Bad Mergentheim zu einem akuten Herz-Kreislaufstillstand. Meist ist ein Herzinfarkt oder eine Herzrhythmusstörung die Ursache hierfür, aber auch andere Erkrankungen der Blutgefäße wie eine Lungenembolie können zum Herzstillstand führen. Der Betroffene kann nur durch sofortige Herzdruckmassage und Beatmung ein solches Ereignis unbeschadet überstehen. Dabei ist es wichtig, dass Ersthelfer und Angehörige die Methode der Herz-Lungenwiederbelebung beherrschen. Sie ist in einem Kurs der örtlichen Rettungsdienste zu erlernen.

Bei einem Herzkreislaufstillstand entsendet die integrierte Rettungsleitstelle (Notruf 112) in Bad Mergentheim einen Rettungswagen sowie das Notarzteinsatzfahrzeug zum Patienten. Das Notarzteinsatzfahrzeug transportiert den Arzt und wichtiges medizinisches Gerät zur Einsatzstelle. Für dieses Fahrzeug wurde vergangene Woche ein neues lebensrettendes Gerät übergeben.

Das Gerät mit dem Namen "Lucas 2" wird bei einem Herzkreislaufstillstand eingesetzt und übernimmt automatisch die Herzdruckmassage. Die Herzdruckmassage muss mit äußerster Präzision ausgeführt werden. Wird sie beispielsweise durch einen Rettungsassistenten per Hand durchgeführt, so muss dieser exakt darauf achten, nicht zu stark, aber auch nicht zu schwach das Brustbein des Patienten einzudrücken. Darüber hinaus ist die Herzdruckmassage per Hand eine äußerst ermüdende Maßnahme, so dass sich die Mitarbeiter des Rettungsdienstes regelmäßig abwechseln müssen.

Das Gerät "Lucas 2" führt eine solche Herzdruckmassage mechanisch mit äußerster Präzision durch. 100 Mal pro Minute wird dabei das Brustbein eingedrückt und entlastet. Dabei ist das Gerät völlig ermüdungsfrei und kann auch ohne Strom für 45 bis 60 Minuten eine Herzdruckmassage durchführen. Da das Gerät fest mit dem Patienten verbunden ist, kann es seinen Dienst auch während des Transportes des Patienten leisten. Das ist von Bedeutung, wenn der Patient unter Reanimation (Wiederbelebung) in das nächstgelegene Krankenhaus transportiert wird. Ein solcher Transport macht Sinn, wenn eine Lungenembolie oder ein Herzinfarkt die Ursache für den Herzkreislaufstillstand sind. In diesem Fall kann der Patient für eine Herzkathederuntersuchung auch unter Reanimationsbedingungen in das nächstgelegene Krankenhaus transportiert werden.

12.800 Euro trägt das DRK

Gerade im ländlichen Main-Tauber-Kreis können die Transportwege länger sein. "Der Reanimationsautomat ,Lucas 2 gehört nicht zu den Standardausstattungen eines Notarzteinsatzfahrzeuges nach der Deutschen Industrienorm. Damit ist das Gerät auch nicht finanziert", erklärt Professor Romen, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Bad Mergentheim. Die Anschaffung war daher nur mit Hilfe von Spendern möglich. Hauptspender waren der Rotary Club Bad Mergentheim mit 6000 Euro und das Leberzentrum Bad Mergentheim mit 3000 Euro. Den Rest der Anschaffungskosten von 12.800 Euro trägt das DRK.

Der Rotary Club Bad Mergentheim fördert internationale, aber auch regionale Hilfsprojekte. "Es ist uns eine große Freude mit dieser Spende die Notfallversorgung von Menschen im Main-Tauber-Kreis noch weiter zu verbessern", sagt Präsident Paul Gehrig. Bei der Übergabe des Geräts bedankten sich Professor Thomas Haak, Leitender Notarzt im Main-Tauber-Kreis, und Kai Schlecht, Rettungsdienstleiter des DRK Bad Mergentheim. Mit "Lucas 2" sei weitere Investition getätigt worden, um die Ausstattung des Rettungsdienstes in Bad Mergentheim weiter zu verbessern.





Veröffentlicht am:
13:12:28 28.04.2014 von DRK Bad Mergentheim e.V

Letzte Aktualisierung
13:12:28 28.04.2014