Notfallpraxis startet im März - Ab Mitte 2014 einheitliche Rufnummer

Die Organisation der ärztlichen Abend-, Wochenend- und Feiertagsnotdienste ändert sich am 1. März 2014. Für den Südkreis wird dann am Bad Mergentheimer Caritas-Krankenhaus eine zentrale Notdienstpraxis tätig.

Foto: H-P Kuhnhäuser Die Leitstelle soll ab Mitte 2014 alle Anrufe für den ärztlichen Notdienst annehmen: Unser Bild zeigt (von links) Rettungssanitäter Jürgen Schwab, den Notdienstbeauftragten der Kreisärzteschaft Bad Mergentheim, Dr. Adalbert Weber, Rettungssanitäter Bernd Retzbach und den Präsidenten des DRK-Kreisverbands Mergentheim, Prof. Dr. Werner Romen.

Über die künftige Organisation der "ärztlichen Bereitschaftsdienste außerhalb der Sprechstundenzeiten" (die TZ berichtete) informierten am Montagabend in den Räumen des DRK-Kreisverbands der Präsident des DRK-Kreisverbands Mergentheim, Prof. Dr. Werner Romen, und der Notdienstbeauftragte der Kreisärzteschaft Bad Mergentheim, Dr. Adalbert Weber. Neben der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KV) und der Kreisärzteschaft ist auch der DRK-Kreisverband in die Neuorganisation eingebunden. Finanziert wird diese von der KV.

Für Ärzte und Patienten wird sich einiges ändern, denn die bisher in den verschiedenen Bezirken angebotenen Bereitschaftsdienste entfallen künftig. Dafür werden zwei zentrale Notdienstpraxen eingerichtet, und zwar jeweils eine im südlichen und nördlichen Main-Tauber-Kreis. Der Südkreis umfasst Creglingen, Niederstetten, Weikersheim, Igersheim, Bad Mergentheim, Boxberg, Ahorn und Assamstadt. Neu hinzu kommen Dörzbach und Krautheim. "Das war ein Kompromiss mit unseren Nachbarn", sagte Weber. "Mulfingen wird von Öhringen aus versorgt." Zum Nordkreis gehören Lauda-Königshofen, Tauberbischofsheim, Wittighausen, Grünsfeld, Großrinderfeld, Werbach, Königheim, Külsheim und Wertheim. Freudenberg wird wie schon bisher von Miltenberg aus betreut.

Ein Arzt und eine Sprechstundenhilfe in Notdienstpraxen

"Die neu zu schaffenden zentralen Notdienstpraxen werden zum 1. März die Arbeit aufnehmen", sagte Weber. Sie werden am Krankenhaus in Wertheim sowie am Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim eingerichtet und sollen dann als Anlaufstelle für die Patienten dienen. "Die Kassenärztliche Vereinigung will das so umsetzen", machte Weber deutlich. In jeder der beiden Notdienstpraxen werden ab dem 1. März 2014 ein Arzt und eine Sprechstundenhilfe tätig sein. "Angedacht ist dabei an Samstagen und Sonntagen sowie an Feiertagen die Zeit von 18 bis 22 Uhr", erklärte Weber. Zusätzlich wird ein weiterer Arzt "von 18 bis 8 Uhr" für Hausbesuche eingeteilt - "jeweils zwei Ärzte sind dann für den Süd- beziehungsweise Nordkreis zuständig", erläuterte Weber. Der Mediziner, der für den "Fahrdienst" eingeteilt ist, soll allerdings nicht selbst am Steuer sitzen, sondern wird gefahren - im Südkreis von einem Sanitäter des DRK-Kreisverbands Mergentheim. "Das hat den Vorteil, dass auch der Fahrdienst einen kompetenten Helfer zur Hand hat. Zudem wird er vom Fahren entlastet", erklärte Romen. Dazu gebe es bereits eine "Rahmenvereinbarung der KV mit dem DRK-Landesverband; es wird aber noch ein gesonderter Vertrag mit unserem Kreisverband abgeschlossen."

Das DRK wird als Betreiber der Bad Mergentheimer Leitstelle noch weiter eingebunden: "Voraussichtlich ab der Jahresmitte 2014 wird eine einheitliche Rufnummer geschaltet. Über die 116 117 ist dann der ärztliche Notdienst erreichbar." Entgegengenommen wird der Anruf von der Leitstelle in Bad Mergentheim. "Unsere Disponenten werden wir im Zusammenwirken mit der Kreisärzteschaft schulen", sagte Romen. Dank ihrer Erfahrung können die Disponenten "schnell entscheiden, was zu tun ist. Unsere Mitarbeiter raten dann entweder, am nächsten Tag den Hausarzt aufzusuchen oder in die zentrale Notdienstpraxis zu kommen. Sie informieren den Fahrdienst, der zum Hausbesuch kommt oder alarmieren den Rettungsdienst", erklärte Romen das Vorgehen. Der Präsident begrüßte in diesem Zusammenhang, "dass wir künftig unnötige Notarzt-Alarmierungen vermeiden, denn in der Bevölkerung wird immer wieder Notdienst und Notarzt verwechselt". Da die einheitliche Rufnummer aber erst ab der Jahresmitte 2014 komme, "bleibt es bis dahin bei der bekannten Telefonnummer", machte Weber deutlich.

"Es gibt bei uns nach wie vor Funklöcher"

Die Kreisärzteschaft Bad Mergentheim besprach die anstehenden Änderungen am vergangenen Dienstag, die Kreisärzteschaft Tauberbischofsheim traf sich am Donnerstag. "Bei uns gab es keine Widersprüche, die Veränderung wurde akzeptiert. Wir haben die Hürden aus dem Weg geschafft", berichtete Weber. Für die Besetzung der Notdienstpraxis und des Fahrdienstes "sind im Südkreis rund 100 niedergelassene Ärzte verpflichtet", informierte Weber weiter. Die Reform sei auch eine Antwort auf die Klagen von Medizinern in ländlichen Räumen, die "oft außerhalb der Sprechstundenzeiten gefordert sind. Das hat die KV aufgenommen, um die dünn besiedelten Räume attraktiver zu machen. Immer weniger Ärzte wollen sich da niederlassen, weil sie an fast jedem Wochenende Notdienste leisten müssen."

Nichts ändern wird die Reform an einem weiteren Problem des ländlichen Raumes: "Es gibt bei uns nach wie vor Funklöcher. Der Rettungsdienst, aber auch die ärztliche Versorgung leiden darunter, dass es teilweise keine Funk- und Mobiltelefonverbindung gibt", verdeutlichte Romen. "Diese Kommunikationsprobleme sind nicht neu", sagte Weber dazu. Für Niedergelassene, aber auch die Fahrdienst-Ärzte, Rettungsdienst und Feuerwehr könne auch der Digitalfunk keine Abhilfe schaffen - "zumindest, solange es Bürgerproteste gegen neue Sendeanlagen gibt", betonte Romen.




Veröffentlicht am:
13:56:56 24.10.2013 von DRK Bad Mergentheim e.V

Letzte Aktualisierung
14:00:28 24.10.2013