Großübung in Harthausen

Zusammenarbeit mit DRK

Es ist kein richtiger Alarm, doch gefordert sind die Igersheimer Feuerwehr und die Schnelleinsatzgruppe des DRK dennoch. Das Szenario: Feuer in einem Bürogebäude der Firma Wittenstein in Harthausen.



Normalerweise ist der Samstagnachmittag für Einkaufen und Gartenpflege reserviert. Die Igersheimer Feuerwehrleute und die Mitglieder der DRK-Schnelleinsatzgruppe (SEG) haben dafür aber keine Zeit. Gegen 14 Uhr wird der Alarm ausgelöst, und nur wenig später ist das sich schnell nähernde Sirenengeheul der Feuerwehr- und DRK-Fahrzeuge zu hören.

Wittenstein-Sicherheitsbeauftragter Georg Frank hat im Vorfeld der Übung den Kontakt mit der Feuerwehrleitung aufgenommen. Auch im und vor dem Gebäude sind die Grundlagen geschaffen für eine anspruchsvolle Übung. Auf dem Rasen sitzen zwei Mädchen - die beiden "Brandopfer" sind bereits geschminkt. Weitere vom virtuellen Brand "eingeschlossene" Personen warten in den Büros.

Doch zunächst muss die Feuerwehr ins abgeschlossene Gebäude kommen. "Da vorn, die Betonstele, die hat eine Klappe. Die öffnet automatisch, wenn die Brandmeldezentrale Alarm auslöst. Die Feuerwehr hat einen Schlüssel, um die zweite Klappe aufzuschließen. Da drin ist dann der Schlüssel, mit dem man ins Gebäude kommt", erläutert Frank. Und so springt gleich ein Mann aus dem ersten ankommenden Feuerwehrfahrzeug zur Betonstele. Die Klappen werden flugs geöffnet, mit dem Schlüssel geht es dann ins Gebäude. Hinter der rot umrahmten Tür ist die Brandmeldezentrale, wo sich der Feuerwehrmann über die Lage informiert. Mit dem Walkie-Talkie gibt er Meldung.

Alle Abteilungen der Igersheimer Wehr sind alarmiert. Igersheim ist mit drei Fahrzeugen vor Ort, Harthausen mit einem. Dazu kommt der Hubsteiger des Bauhofes. Die Neuseser und Bernsfeldener haben ihre Tragkraftspritzen ebenso mit Traktoren herbeigeschafft wie die Simmringer ihren selbst gebauten Spezial-Ausrüstungswagen. "Der ist top, die haben da alles dabei, was sie brauchen", lobt der stellvertretende Igersheimer Abteilungskommandant Stefan Albrecht die findigen Simmringer. Die Wehrleute aus diesen drei Teilorten sind derweil in Pkws zum Einsatzort gefahren.

Knapp 60 Feuerwehrmänner sind schon kurz nach 14 Uhr bei Wittenstein im "Einsatz", angeführt von Gesamtkommandant Hermann Michel, der von den Abteilungskommandanten unterstützt wird. Die DRK-SEG ist mit zwei Fahrzeugen und sieben Helfern vor Ort. Die Rot-Kreuzler müssen sich, angeführt von Claudia Lochner, schon wenig später um acht Verletzte kümmern. Derweil legen die Bernsfeldener und Neuseser 400 Meter Schlauchleitungen. An der Hinterseite des Gebäudes wird bereits "angeleitert". Schnell steigt ein Feuerwehrmann die Leiter hoch, kurz darauf fährt auch der Hubsteiger vor. Vier Personen werden mit dessen Hilfe gerettet, zum Glück sind alle unverletzt. "Da gab es keinen Notausgang, deswegen wurden die Leute über die Fenster gerettet", erklärt der Igersheimer Abteilungskommandant Paul Dezonsk. Am Vordereingang gehen Atemschutz-Geräteträger ins Gebäude und suchen nach dem Brandherd und Verletzten. Um die Übung realistischer zu machen, wird Rauch eingeblasen - der Lüfter dient sonst dazu, Frischluft in verqualmte Gebäude zu bringen. Die Einsatzkräfte sind effektiv: Schon nach knapp 40 Minuten ist der Brand gelöscht und die Verletzten geborgen. Die DRK-SEG hat nebenan einen Sammelpunkt eingerichtet. Dort versorgen die Sanitäter die Verletzten und bereiten den Transport ins Krankenhaus vor.

"Die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und mit dem DRK hat gut geklappt", sagt Hermann Michel am Ende zufrieden




Autor: HANS-PETER KUHNHÄUSER | 24.06.2013






Veröffentlicht am:
09:22:42 27.06.2013 von DRK Bad Mergentheim e.V

Letzte Aktualisierung
09:31:20 27.06.2013