Blutspendeehrung in Igersheim

In der Sitzung des Igersheimer Gemeinderates: 20 verdiente Blutspender von Bürgermeister Frank Menikheim und dem DRK-Ortsverein ausgezeichnet

"Sie sind Vorbild und Beispiel zugleich"

Igersheim. In Igersheim hat es sich mittlerweile eingebürgert, dass die Ehrung verdienter Blutspender nicht mehr zwischen Tür und Angel geschieht, sondern im würdigen Rahmen der letzten Sitzung des Gemeinderates im alten Jahr. So auch am Donnerstag wieder, als 20 Bürger aus den Händen von Bürgermeister Frank Menikheim, DRK-Ortsvereinsvorsitzender Hans Fritzenschaft, Bereitschaftsleiterin Carolin Lang sowie deren Stellvertreterin Ute Wittig nebst Urkunde und Präsent die jeweilige Ehrennadel in Gold in Empfang nehmen durften.

"Wenn einem Menschen Blut fehlt, ist es nur durch das Blut anderer Menschen zu ersetzen", begann der Rathauschef seine kurze Ansprache. "Blut ist einzigartig. Es kann nur vom menschlichen Körper gebildet werden. Das ist eigentlich erstaunlich im Jahr 2011, in dem Forschung und Entwicklung im Allgemeinen, speziell aber auch in der Medizin immer schneller fortschreiten. Und dennoch kann Blut nicht hergestellt werden."

Man müsse sich vor Augen halten, dass wöchentlich in Baden-Württemberg und Hessen von rund 15 000 Blutspenden die verschiedenen Präparate beim Blutspendedienst des DRK angefordert würden. Der hohe Bedarf an Blut sei in erster Linie eine Folge des medizinischen Fortschritts. Viele Operationen, Organübertragungen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren seien nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden.

"Blut ist unverzichtbar, das wissen wir alle", so Frank Menikheim weiter. Blutspenden sei für gesunde Menschen im Normalfall unproblematisch. Genau deshalb sei es wünschenswert, dass "noch mehr Menschen sich zu diesem mitmenschlichen Akt bekennen und Blut spenden".

An die zu Ehrenden gewandt, meinte der Schultes: "Sie haben ausgesprochen mitmenschlich gehandelt. Dafür möchte ich Ihnen danken." Blutspenden sei eigentlich nichts Außergewöhnliches, es sollte für viele vielmehr eine Selbstverständlichkeit sein, denn es sei ja nicht so, dass man beim Blutspenden sein Leben aufs Spiel setzen oder sich in unwägbare Gefahren begeben würde. Viele Menschen, die allermeisten, könnten es tun. Und doch sei die Zahl der Spender nicht sehr groß, immer wieder gebe es Engpässe.

"Zugegeben, der Vorgang des Blutabzapfens ist nicht jedermanns Sache. Den 'Debütanten' kostet es sicher Überwindung. Aber ich denke, in der Gruppe fällt es den Erstspendern leichter, die Überwindung ist geringer", sagte der Bürgermeister weiter. Und vor allem sollte es dann nicht mehr schwerfallen, wenn man sich überlegt, welch enorme Hilfe mit einer Blutspende geleistet werden könne.

Beim Blutspenden sei es nicht anders als in vielen anderen Bereichen, in denen ebenfalls Solidarität in Form aktiver Mithilfe erforderlich wäre: Die Nachfrage übertreffe das Angebot bei weitem. Alle wollten Nutznießer dessen sein, was die Hilfseinrichtungen auf den verschiedenen Gebieten zu leisten imstande seien. Nur die wenigsten seien jedoch bereit, selbst dazu beizutragen. Das sei sehr bedauerlich und über kurz oder lang in den Auswirkungen auch für die Gemeinschaft gefährlich, wenngleich es im ländlichen Raum, dies gelte im Besonderen auch für Igersheim, mit Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und familiären Strukturen noch ganz ordentlich aussehe.

"Ich bin der festen Überzeugung: Jeder kann der Gesellschaft an irgendeiner Stelle helfen, wenn er nur will", so Gemeindeoberhaupt Frank Menikheim abschließend. "Und jeder kann auch etwas Zeit dafür aufbringen, wenn er sich nur Mühe gibt. Man muss nur ernsthaft genug wollen. Sie haben sich oft die Zeit genommen, um Blut zu spenden. Sie sind Vorbild und Beispiel zugleich und Sie haben Orientierung gegeben. Ich hoffe, dass sie genutzt wird und dass viele andere ihrem guten Beispiel folgen."

Fränkische Nachrichten
17. Dezember 2011




Veröffentlicht am:
09:45:12 20.12.2011 von DRK Bad Mergentheim e.V

Letzte Aktualisierung
09:50:53 20.12.2011