Für "Fall der Fälle" gerüstet

Katastrophenschutzübung: Informationswege und Kommunikation bei fiktivem Unglück überprüft

Main-Tauber-Kreis. Nach einem Unwetter verunglückt bei Boxberg eine voll besetzte Regionalbahn, zehn Minuten später fährt nur 200 Meter entfernt ein Güterzug mit einem Gefahrstoff-Kesselwagen in umgestürzte Bäume: Dies war das Szenario der Katastrophenschutzübung "Frankenexpress", die das Landratsamt Main-Tauber-Kreis am Samstagvormittag veranstaltet hat. Landrat Reinhard Frank besuchte alle Bereiche der Übung und zeigte sich in einer ersten Bilanz zufrieden.

Im Gegensatz zu einer Vollübung, bei der zusätzlich auch "vor Ort" praktische Rettungstätigkeiten geübt werden, war diese Übung als reine Stabsrahmenübung angelegt. Dabei geht es vor allem darum, die Informations- und Kommunikationswege zu überprüfen: Wissen alle Beteiligten, wen sie über was zu informieren haben, welche Informationen sie wohin weitergeben müssen?

Es nahmen der Verwaltungsstab im Landratsamt und der Führungsstab (ehemals "Technische Einsatzleitung") im Feuerwehrgerätehaus Lauda sowie eine Übungsleitung teil, so dass insgesamt rund 175 Personen an der Übung beteiligt waren. Die Übungsleitung steuerte das Szenario, ließ also ein festgelegtes Drehbuch von Ereignissen ablaufen und spielte die Rollen der "Außenwelt", von besorgten Bürgern bis wissensdurstigen Journalisten.

Die Übungsleitung wurde durch Kräfte aus dem Brandschutz- und Rettungsdienst, der DLRG, dem THW, der Deutschen Bahn AG, der Notfallseelsorge, der Bundespolizei, dem Kreisverbindungskommando als Verbindung zur Bundeswehr und der Integrierten Leitstelle unterstützt.

Der Schwerpunkt der Übung lag auf der Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten und der damit verbundenen Pressearbeit. Die Mitarbeiter der beiden Stäbe zeigten sich sehr engagiert, zumal auch die Kommunikation und Zusammenarbeit in den Stäben beübt wurde. Die Übung wurde von Schiedsrichtern und Übungsbeobachtern aus den Organisationen in den beiden Stäben begleitet. Insbesondere waren die Landesfeuerwehrschule Bruchsal, ein Vertreter des Regierungspräsidiums Stuttgart und zwei Mitarbeiter des Landratsamtes Hohenlohekreis vor Ort.

Nach dem Ende der Übung trafen sich alle zu einer Abschlussbesprechung mit gemeinsamen Essen beim Deutschen Roten Kreuz in Tauberbischofsheim. Landrat Reinhard Frank dankte allen Übungsteilnehmern, Schiedsrichtern und Übungsbeobachtern und den beiden Vorbereitern der Übung, Helga Koch und Alfred Wirsching.

Zuvor hatte der Landrat während der Übung alle Stabsbereiche besucht und sich vom Engagement und der Motivation der Übungsteilnehmer überzeugt. "Für mich als Landrat ist es ein Glücksgefühl, wenn ich weiß, dass ich hervorragend ausgebildete Einsatzkräfte habe, die ihre Arbeit im Ernstfall professionell erledigen."

Abschließend konnte er die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Übenden feststellen, ferner dass der Main-Tauber-Kreis für Katastrophen gut vorbereitet ist. lara

Fränkische Nachrichten
25. Oktober 2011




Veröffentlicht am:
12:10:23 06.12.2011 von DRK Bad Mergentheim e.V

Letzte Aktualisierung
12:10:23 06.12.2011