Aktuelles > Herzst├╝ck der Versorgungssicherheit

 

Herzstück der Versorgungssicherheit


© Werner Mies

Das neue Rettungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes in Bad Mergentheim erhielt bei der offiziellen Einweihung viel Lob und Anerkennung.

Bad Mergentheim. Ein großer Tag für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war die Übergabe des neuen modernen Einsatz- und Fortbildungszentrums mit integrierter Rettungsleitstelle in der Rotkreuzstraße durch Architekt Jochen Elsner an den Präsidenten des Kreisverbandes, Prof. Dr. Werner Romen.

Für die Technik der integrierten Leitstelle wurden weitere 860 000 Euro ausgegeben. An diesen Kosten hat sich der Landkreis zur Hälfte beteiligt, und die Krankenkassen haben ebenfalls einen honorigen Beitrag geleistet. An den künftigen Betriebskosten ist der Landkreis ebenfalls mit 50 Prozent beteiligt. Der dringend notwendige Neubau, der im Erdgeschoß eine große Garage für die Einsatzfahrzeuge und Schulungsräume enthält sowie im ersten Stockwerk die Leitstelle hat, und die dazugehörigen Parkplätze waren möglich geworden, weil die Familien Köhler, Effinger, Rüdenauer und Kollmar die erforderlichen Grundstücke zu einem fairen Preis zur Verfügung gestellt haben.

Vor allem die Leitstelle im alten Gebäude litt erheblich unter der Raumnot. So sind in einem 70 qm großen Raum im letzten Jahr an den zwei Arbeitsplätzen der Disponenten über 50 000 Anrufe entgegen genommen worden. Außerdem fehlten Sozialräume für die Mitarbeiter. Nun konnte die Leitstelle in einem 500 qm großen Raum untergebracht werden und hat vier Disponentenplätze, die auf sieben erweiterbar sind. Daneben gibt es große Zusatzräume, die im Katastrophenfall als Konferenzräume für Feuerwehr, THW, DLRG sowie von den verantwortlichen Stellen des Landratsamtes genutzt werden können. Damit sei die Leitstelle für die Zukunft gerüstet, wenn auch das Hauptziel, die Digitalisierung, noch nicht erreicht wurde.

Diese sei unverzichtbar und bei der Landesregierung anzumahnen. Im Neubau wurden alle notwendigen Anschlüsse eingebaut, einschließlich eines digitalen Knotens auf dem Dach, das die Vernetzung mit allen Zentralen in Baden-Württemberg sicherstellt. Anschließend richtete Werner Romen Dankesworte an die "Hauptakteure bei der Erstellung des Neubaus" Architekt Elsner, die Baufirma Boller, Fachplaner Hoos und Büro Metzger, Heizungsfirma Hay und Elektroinstallationsfirma Herz. Besonders würdigte er den Vizepräsident des Kreisverbandes, Klaus Kornberger, der mit seinem Fachwissen das Projekt unterstützte und Schatzmeister Edmund Brenner, der auf die Einhaltung des Kostenrahmens achtete. Außerdem hob er das Engagement von Geschäftsführer Klaus Eckel und Leitstellenchef Matthias Hofmann hervor, die mit ihrer Sachverständigkeit zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. Im weiteren Verlauf hob Präsident Romen hervor, dass die Leitstelle ein wichtiges Glied in der medizinischen Versorgungskette sei, leider aber Patienten häufig den falschen Alarmierungsweg wählten. Bagatellfälle sollten nicht als Notfälle deklariert werden. Beklagenswert findet er auch die "praxisfernen Vorgaben der zuständigen politischen Gremien". Bestes Beispiel dafür seien die Fristen für Rettungseinsätze und Notärzte. Die Bürger sollten die Telefonnummern 116 und 117 für ärztliche Bereitschaftsdienste kennen und auch ihre Anspruchshaltung überdenken. Außerdem mahnte er die bessere Vernetzung ambulanter und stationärer Versorgung und bundeseinheitliche Regelungen an. Daneben sprach er sich für eine höhere Qualifikation der Disponenten sowie deren besseren Bezahlung aus. Abschließend stellte Romen fest, dass den Bürgern nun am Ende der Rotkreuzstraße ein großes Areal mit Rotem Kreuz und Feuerwehr als soziales Zentrum, das in akuten Notlagen kompetent und schnell Hilfe leisten kann, zur Verfügung steht.

Den kirchlichen Segen für das neue Gebäude spendeten Dekanin Renate Meixner und Dekan Ullrich Skobowsky. Der Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg, Dr. Lorenz Menz, lobte den Kreisverband Mergentheim, der zum sozialen Reichtum der Region zähle. Ein solches Projekt zu stemmen zeige Mut und gelinge nur, wenn ein engagiertes Führungsteam und Ehrenamtliche gut miteinander zusammenarbeiten. Die neue Leitstelle steuere den Rettungsdienst bis in die Nachbarkreise und sei kompetente Hilfe für die Notfallrettung, den Krankentransport und den notärztlicher Dienst. Bundestagabgeordneter Alois Gerig gratulierte zum gelungenen multifunktionalen Rotkreuz-Zentrum und versprach, dass die politisch Verantwortlichen alles tun, dass die Rahmenbedingungen stimmen und die ehrenamtliche Arbeit unterstützt werde. Das neue Gebäude sei von einem guten Geist beseelt und er hoffe, dass das DRK und die anderen Blaulichtorganisationen immer genügend Fachkräfte haben.

Landrat Reinhard Frank sprach ebenfalls Dank und Anerkennung aus und betonte, er sei stolz auf die vielen ehrenamtlich tätigen Bürger, sie seien "der wahre Reichtum der Region". Er erinnert an die Ankunft der ersten Flüchtlinge am 15. September 2015, als kurzfristig 300 Menschen zu versorgen waren. Ohne die Hilfe des DRK wäre dies nicht gelungen. Etwas verschmitzt gestand er, dass das Betreiben einer Rettungsleitstelle eigentlich Pflichtaufgabe des Landkreises wäre. Er sei dankbar, dass dies das DRK übernommen habe und der Landkreis sich deshalb gerne zur Hälfte an den Kosten beteilige.

Für die Krankenkassen sprach der stellvertretende Geschäftsführer der AOK Heilbronn-Franken Heckmann Glückwünsche aus und lobte das Projekt, das vor zwei Jahren auf den Weg gebracht wurde. Auch OB Udo Glatthaar betonte, dass die Stadt Bad Mergentheim mit dem Rotkreuz-Zentrum, das ein Herzstück der Versorgungssicherheit sei, etwas Bedeutendes hinzugewonnen hat. Die hochprofessionell ausgestattete Leitstelle sei wichtig für die Sicherheit der Bürger, und die moderne Einrichtung des Gebäudes soll den ehrenamtlich tätigen Helfern Freude an ihrem uneigennützigen Einsatz bringen. Er lobte das gute Miteinander der Mergentheimer Hilfsdienste und dankte für die zurückliegende 20-jährige Arbeit im alten Gebäude.

Zum Schluss der Grußworte stellte der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Klaus Eckel fest, dass für ihn ein Traum in Stahl und Beton gegossen Wirklichkeit wurde, der für die Bevölkerung des Main-Tauber-Kreises und für das DRK sehr wertvoll sei. Er dankte allen am Bau Beteiligten, insbesondere seinem Kollegen Matthias Hofmann und den fleißigen Helfern zur Vorbereitung der Einweihungsfeier, nicht zuletzt auch dem Klarinetten-Trio der Jugendmusikschule, das die Einweihungsfeier musikalisch umrahmte. Danach hatten die Gäste die Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten und deren Einrichtungen zu besichtigen.




Veröffentlicht am:
13:29:53 02.11.2017 von DRK Bad Mergentheim e.V

Letzte Aktualisierung
16:12:39 22.02.2018