Hemmschwelle überwunden

 

Hemmschwelle überwunden

Beim Aktionstag zum Abschluss der "Woche der Wiederbelebung" konnten Passanten ihre Fähigkeiten bei ...
Beim Aktionstag zum Abschluss der "Woche der Wiederbelebung" konnten Passanten ihre Fähigkeiten bei der Erstversorgung von Verletzten testen.
© köber


BADMERGENTHEIM.Zum dritten Mal und damit nun schon fast "traditionell" organisierten die Bereitschaften im DRK-Kreisverband Bad Mergentheim zusammen mit der Gruppe der hier diensttuenden Notärzte eine Aktion im Rahmen der bundesweiten Initiative "Ein Leben Retten - 100 pro Reanimation".

Über fehlendes Interesse konnten sich die vielen Ehrenamtlichen aus Bad Mergentheim, Igersheim, Markelsheim und Creglingen wahrlich nicht beklagen. Mit drei Reanimationspuppen wurden bei strahlendem Sonnenschein unzählige Passanten in Laienmaßnahmen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung geschult. Dabei zeigte sich als größere Hemmschwelle einmal mehr die Angst, etwas falsch machen zu können, Befürchtungen "der Erste" sein zu müssen. Gerade an diesem Punkt setzten Ärzte und Helfer auf Aufklärungsarbeit und konnten viele Zweifler mit Darlegung der Überlebenschancen in Abhängigkeit vom Verhalten der Ersthelfer überzeugen.

Jung und Alt wagten sich nach etwas Motivationsarbeit durch ein Vorgespräch so an die Dummies und erreichten gute Ergebnisse, zwischen sieben und 77 Jahren waren alle Altersklassen vertreten. Interessant gestaltete sich hierbei erneut das große Interesse von Jugendlichen und auch schon von Kindern. Im Gegensatz zu "älteren Semestern" scheint die Hemmschwelle, mutig zuzupacken bei dieser Altersgruppe deutlich geringer zu sein. Dennoch: einige Passanten kehrten nach einer eher ablehnenden Bemerkung im Einführungsgespräch nochmals an den Aktionsstand zurück. "Ich habe mir das überlegt, Sie haben ja recht. Ich muss das wirklich auch mal üben!", so ein älterer Herr, der in der ersten Unterhaltung mit einem Notarzt noch etwas egoistisch drauf verwies, es reiche wohl, wenn seine Frau das beherrsche. Gerade bei diesen "Zweiflern" konnte somit wertvolle Überzeugungsarbeit geleistet werden.
Passend zum Standort des öffentlich zugänglichen Defibrillators im Gebäude der Volksbank wurde für Interessierte auch das Vorgehen mit diesem lebensrettenden Helfer demonstriert und für den Einsatz in entsprechenden Situationen geworben. Abschließend ist auch der dritte Aktionstag am Ende der "Woche der Wiederbelebung" als erfolgreich zu bewerten: Berührungsängste konnten spürbar abgebaut, Zweifel am eigenen Können widerlegt und die Bereitschaft zur Durchführung von Ersthelfermaßnahmen gefördert werden.
Die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Herz-Kreislaufstillstand ist so in Bad Mergentheim vielleicht wieder ein bisschen besser geworden - angesichts der erschreckenden Zahlen mit hierzulande nur in 15 Prozent der Fälle vor Eintreffen professioneller Kräfte begonnener Wiederbelebungsmaßnahmen kann das aber nur der Anfang sein. ckö

© Fränkische Nachrichten, Montag, 25.09.2017




Veröffentlicht am:
08:07:46 26.09.2017 von DRK Bad Mergentheim e.V

Letzte Aktualisierung
08:07:46 26.09.2017